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Schwenninger Moos



Das 1939 gegründete Naturschutzgebiet „Schwenninger Moos", ein nacheiszeitliches Moor, ist ca. 4000 Jahre alt. Etwa 200 Jahre wurde hier Torf abgebaut und das Moor dazu entwässert. Doch ohne Wasser kann ein Moor nicht leben, über 50 Sperren wurden in den letzten Jahrzenten errichtet um das Wasser wieder länger im Moor zu halten, sodass es sich erholen kann und erhalten bleibt. Im Schwenninger Moos entspringt auch der Neckar, die Neckarquelle kann man im Stadtpark Möglingshöhe besichtigen, dort befindet sich auch das ehemalige Landesgartenschaugelände mit wunderbarer Blütenpracht im Frühjahr und Sommer.

 

Schutz mit langer Tradition
 
Die Stadtnähe zu Schwenningen war zugleich Segen und Fluch für das Schwenninger Moos. Die kurze Entfernung zur Stadt war ein wichtiges Argument für den Torfabbau im Moos und für Planungen, das Moor trockenzulegen und in Äcker und Kleingartenanlagen umzuwandeln. Gleichzeitig gab es aber schon frühzeitig Bestrebungen, das Moor für die Bewohner der umliegenden Ortschaften zu erhalten und für die Naherholung zu nutzen. Aus diesem Grund konnte der Gemeinderat von Schwenningen schon 1914 größere Bereiche sichern und diese 1916 als Banngebiet ausweisen.
1933 wurde die gesamte Fläche innerhalb des Rundweges zum Schutzgebiet erklärt und kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Trotz dieser frühen Würdigung wurde in Krisenzeiten immer wieder versucht, auch auf die Ressourcen des Mooses zurückzugreifen. So konnte nicht verhindert werden, dass nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg im ehemaligen Banngebiet von 1916 erneut Torf abgebaut wurde, um Brennstoff für die Schwenninger Bevölkerung zu gewinnen.

Ein Schutzgebiet für Europa
Heute ist nahezu der gesamte Torfkörper des Schwenninger Mooses und des nordwestlich gelegenen Kugelmooses Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Die Ausweisung als Schutzgebiet von europäischem Rang unterstreicht den besonderen Wert und die Verantwortung des Landes zur Erhaltung des Moores. Im Schwenninger Moos sind insgesamt neun Lebensraumtypen gemeldet, darunter Moorwälder, kalkreiche Niedermoore, geschädigte Hochmoore und Kalk-Magerrasen, die im Gebiet langfristig erhalten werden sollen.

Natura 2000
Die Europäische Union etabliert mit Natura 2000 ein eigenständiges europäisches Schutzgebietssystem, das die biologische Vielfalt in Europa erhalten soll. Natura 2000 setzt sich aus der 1992 beschlossenen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der schon 1979 erlassenen EU-Vogelschutzrichtlinie zusammen.
Das Schwenninger Moos ist Teil des knapp 2.300 ha großen FFH-Gebietes 8016-341 „Baar", das neben den Mooren Birkenried-Mittelmess und Weiherbachtal zum Beispiel auch die Magerrasen der Mühlhauser Halde und Wälder im Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen sowie den Unterhölzer Wald umfasst. Darüber hinaus liegt das Schwenninger Moos an einer der bedeutenden Vogelzuglinien entlang des Neckars und ist daher eine wichtiger Bestandteil des rund 377 km² großen Vogelschutzgebietes „Baar". Im Schwenninger Moos sind u.a. Schwarzkehlchen und Krickente zu finden. Sie sind sogenannte Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie, für die in ganz Europa besondere Schutzmaßnahmen anzuwenden sind.
 
Kompetent erzählt – Mit den Moosführern durchs Moor

Es gibt viel Interessantes über das Schwenninger Moos zu erzählen. Die Schönheit der Landschaft und viele der seltenen Tier- und Pflanzenarten kann man direkt vom Rundweg entdecken. Auch für Besucher, die das Moor schon gut kennen, gibt es da noch viel Neues zu erleben.
Die Nachfrage nach Wissenswertem über das Moos war groß. Zur Landesgartenschau 2010 wurden daher „DIE Moosführer“ gegründet. Eine Gruppe Ehrenamtlicher bietet nun interessante, außergewöhnliche, kulinarische, poetische und spannende Entdeckungsreisen durch das Schwenninger Moos an.
Jeder ehrenamtliche Moosführer beleuchtet das Naturschutzgebiet aus einem anderen Blickwinkel: Geschichte, Naturschutz, Flora und Fauna, Wiedervernässung sind Themenschwerpunkte, ebenso literarische Rundgänge und Abendführungen durch das Moos.
 
Mitte 2014 wurde im Eingangsbereich des Umweltzentrums Schwarzwald-Baar-Neckar auf der Möglingshöhe in Schwenningen eine Dauerausstellung eröffnet. Hier kann man anhand zahlreicher begreifbarer Exponate unter anderem die großen und kleinen Naturschätze des Schwenninger Mooses entdecken.


Das Umweltzentrum

Der elegante und lichtdurchflutete große Saal des Umweltzentrums Schwarzwald-Baar-Neckar bietet auf einer Fläche von ca. 300 m² Platz für bis zu 200 Gäste. Vorträge, Filmvorführungen, Produktvorstellungen, Live-Reportagen, aber auch andere kulturelle Veranstaltungen sind hier möglich. Eine moderne und großzügige Event Location mitten im Grünen und doch in der Stadt, mit direktem Bahnanschluss aus dem ganzen Land.

 

Trägerverein Umweltzentrum
Schwarzwald-Baar-Neckar e.V.
Neckarstraße 120
78056 VS-Schwenningen
www.umweltzentrum-sbn.de

Kontakt: 

Tel.: 07720 - 9968274
Email: leitung@umweltzentrum-sbn.de

 

Bild ©Schwarzwald-Baar-Neckar e.V